Die Hauptmauer (Nordwall)


Die imposanten Gesteinsmassen des Nord- oder Hauptwalles sind stille Zeitzeugen der einst mächtigsten Mauer des Ringwalles.

Zur Abriegelung des besiedelten Bergsporns zum restlichen flachen Bergrücken erbaut, musste die Hauptmauer aus fortifikatorischen Gründen weitaus mächtiger sein, als die, aufgrund ihrer Hanglage für einen Feind nur schwer zu erstürmenden Seitenwälle. Die Nordmauer war gewaltiger als jede andere Befestigungsmauer der Kelten zu jener Zeit. Mit über 10 m Höhe und 40 m Basisbreite vermittelt der Mauerversturz den wir heute noch sehen, noch immer einen gewaltigen Eindruck hiervon. Berechnungen gehen dahin, dass die Mauer zur Zeit ihrer größten Ausdehnung, im 2. und 1. Jahrhundert vor Christus ca. 20 m Höhe und mindestens eine ebensolche Breite aufwies. Dies entspricht etwa der Höhe eines fünfstöckigen Gebäudes.


Die typische Konstruktionsweise keltischer Befestigungsmauern bezeichnete der römische Feldherr Gaius Julius Caesar in seinen Schriften als "murus gallicus" (latein. = gallische Mauer). Diese basierte auf einem hölzernen Rahmengerüst aus Baumstämmen. Die Stämme waren durch lange Eisennägel miteinander verbunden. Die Außenseite der Mauer war mit einem Trockenmauerwerk verblendet, das Innere mit Erde und Geröll verfüllt. Die Altgrabungen an den Seitenwällen des Torbereiches bestätigten die Bauweise auch für den Ringwall auf dem "Dollberg". Hierbei fand sich ein Mauerkern aus Erde. Dieser Erdkern kann aber auch zu einer älteren Konstruktionsphase gehören, so dass die Mauern vermutlich zu anfangs anders konstruiert waren und evtl. bereits viel älter datieren. Vermutlich ist der Ursprung der Befestigungsmauern und damit der gesamten Anlage in der Frühlatènezeit (5. - 4. Jahrhundert vor Christus) zu suchen. Die Konstruktionsweise der Hauptmauer konnte hingegen bis heute nicht untersucht werden. Über feste Rampen oder Leitern bestieg man die Mauerkrone. Mit Speeren, Pfeil und Bogen, sowie Schleuderkugeln hielt man den angreifenden Feind auf Distanz. Die Verteidiger selbst waren durch eine, auf der Mauerkrone installierte hölzerne Brustwehr oder Palisade vor den Geschossen des Feindes geschützt. Lanze, Messer und Schwert dienten hingegen dem Nahkampf. Zusätzlichen Schutz boten hierbei hölzerne Schilde. Letztendlich wurde der "Hunnenring" wohl zur Mitte des 1. Jahrhundert vor Christus während oder kurz vor der römischen Okkupation kampflos geräumt. Bislang fehlen jegliche Indizien für eine Eroberung oder Zerstörungen durch Kampfeinwirkung.