Früher Denkmalschutz und Historie


Nach Erwachen eines nationalen Geschichtsbewusstseins im frühen 19. Jahrhundert beschäftigte man sich auch erstmals mit dem Ringwall Otzenhausen.

Wird der Dollberg bereits im Jahre 1345 erstmals urkundlich in Schriften der gräflichen und freiherrlichen Vögte zu Hunolstein erwähnt, so kennen wir eine erste Erwähnung des Ringwalles aus dem Grimburger Salbuch von 1589, in welchem von den "Rinckmauern" gesprochen wird. Eine erste bildliche Darstellung der Ringmauern kennen aus dem Feuilleton der Gazette de Metz von 1836 (?) in welcher ein Stich die Mauern des Ringwalles auf dem Dollberg zeigt.
Im Jahre 1836 verfaßte Graf Villers von Burgesch, Mitglied der "Gesellschaft für Nützliche Forschungen" ein Bittschreiben an den damaligen preußischen König Friedrich Wilhelm III. Inhalt war die Bitte, den Bewohnern von Otzenhausen und Umgebung das Wegschaffen von Steinen auf dem Ring am Dollberg als Baumaterial zu verbieten. Als Antwort erschien der damalige preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm (und spätere König und Deutsche Kaiser, Friedrich Wilhelm IV) im Jahre 1837 persönlich zu einem Besuch auf dem "Hunnenring". Hierdurch wurde nicht nur die Bedeutung der Anlage in das rechte Licht gesetzt, sondern der Ringwall vor seiner Zerstörung bewahrt.



Der 1883 entworfene Lageplan des Forstreferendars Neusser zeugt noch fast 50 Jahre später vom Besuch des preußischen Kronprinzen und von dessen Bedeutung. Der Plan zeigt die Eintragung eines sogenannten "Königsplatz", der im NO an der Kreuzung der über den Ringwall führenden Wege angelegt wurde. Anläßlich des hoheitlichen Besuches wurde dort der Kronprinz von den heimischen Würdenträgern empfangen. Inmitten des Platzes ist ein mittels einer Steinmauer umhegter Baum eingezeichnet. In ihm darf man einen zu Ehren des Kronprinzen gepflanzten Baum vermuten, wie dies vielerorts zur damaligen Zeit ein Brauchtum gewesen ist. Anläßlich dieses Besuches wurde auch die noch Heute begehbare Treppe über den Nordwall angelegt. Ein auf der Karte verzeichneter Weg längs über die Mauerkrone des Hauptwalles im Norden wird dahin gedeutet, dass zu Ehren des Prinzen eine Pflasterung angelegt wurde, damit der hohe Herr zu Pferd über die Mauerkrone reiten konnte. Diese Anekdote ist jedoch nicht bestätigt.


Die Denkmäler unserer Geschichte bedürfen eines besonderen Schutzes. Denn einmal zerstört, sind sie für alle Zukunft verloren. Und so steht heute auch die gesamte Anlage unter Denkmalschutz.
Jeder Stein, der von dieser Stätte entfernt wird, zerstört einen kleinen Teil unserer gemeinsamen Vergangenheit! Nehmen sie deshalb keine Fundstücke oder Steine mit, melden sie beobachtete Zerstörungen oder Raubgräbereien!