Keltischer Grabhügel


Während seinen Ausgrabungen 1936 untersuchte W. Dehn auch einen außerhalb des Ringwalls gelegenen Grabhügel. Er hat einen Durchmesser von 22 m. Seine heutige Höhe beträgt noch 0,8 m. Die ursprüngliche Höhe muss aber als 4 - 5 mal veranschlagt werden.


Wie die Ausgrabungen zeigten, war das zentrale Hauptgrab des Hügels bereits in antiker Zeit durch Grabräuber geplündert worden. Einige Keramikfragmente erlauben dennoch eine Datierung in die jüngere Hunsrück-Eifel-Kultur (6. - 5. Jahrhundert vor Christus). Dicht unter der Hügeloberfläche wurden die Reste einer zweiten Bestattung entdeckt, die zwei bronzene Armringe als Beigabenschmuck mit sich trug. Die Nachbestattung datiert etwas jünger als die Zentralbestattung.



Die Beerdigung des Leichnams unter Grabhügeln war die typische Bestattungssitte der Kelten bis in das 5. Jahrhundert vor Christus - Nach Reinigung der Erdoberfläche wurde der Leichnam in einem Holzsarg darauf niedergelegt. Zum Schutz wurde der Sarg mit Steinen bedeckt. Darüber wurde ein Erdhügel errichtet. Manche Hügel sind als heiliger Bezirk mittels eines Steinkranzes oder Gräbchens am Hügelfuß, von ihrer profanen Umwelt abgegrenzt. Seltener sind Stelen aus markanten Steinen oder aus Holz nachweisbar. Sie wurden als Bekrönung auf der Mitte des Hügels errichtet. Je höhergestellt die Person, desto größer der gemeinschaftliche Aufwand bei der Errichtung des Grabhügels und desto reicher die Beigaben. Die armen Leute hingegen mussten sich hingegen mit einer unscheinbaren Bestattung ohne Sarg und Erdhügel begnügen. Diener und Sklaven folgten ihren Herren oftmals in das Grab. Sie wurden getötet und meist verbrannt dem Leichnam ihres Herren mit ins Grab gegeben.


Im 5./4. Jahrhundert vor Chr. wechselt die Grabsitte von den Grabhügeln hin zum Flachgrab. Nunmehr wird der Sarg mit dem Leichnam lediglich in einer Grabgrube niedergelegt. Der oberirdische Erdhügel ist außer Mode gekommen.


In den reichst ausgestatteten Fürstengräbern aus dem benachbarten Ort Schwarzenbach spiegelt sich die Oberschicht der Region wider. Ihr Reichtum lag in den hiesigen Eisenerzvorkommen begründet. Ob die Fürsten von Schwarzenbach auch die Erbauer des "Hunnenrings" waren ? Eine Zeitgleichheit zwischen den ältesten Siedlungsfunden vom Ringwall und den Grabbeigaben der Schwarzenbacher Fürstengräber ist jedenfalls sicher.