Geologie


Erdgeschichtlich besteht der Hunsrück aus Schichten des Devon (vor ca. 405 -350 Mio. Jahre). Zu jener Zeit liegen weite Teile des heutigen Mitteleuropa in einem Meeresbecken, das eine Ausweitung des heutigen Mittelmeeres nach Norden hin darstellte.

Inmitten dieses devonischen Beckens liegt die sogenannte Mitteleuropäische Insel. An deren nördlichen Küsten, zu denen auch Teile des heutigen Hunsrücks gehören, lagern sich Küstensande sehr reiner Natur ab. In den nachfolgenden geologischen Epochen werden diese ehemals locker gelagerten Sande mehr und mehr verändert.

Durch Druck- und Temperaturzunahme als Folge der immer mächtig werdenden Überlagerungen jüngerer Schichten und durch tektonische Ereignisse wie Faltenbildungen (im Unterkarbon ca. 350 - 325 Mio. Jahre) und Verschiebungen innerhalb der Gesteinsablagerungen entsteht schließlich der Taunusquarzit. Auf den Schichtflächen und Klüften hinterließ zirkulierendes Wasser Eisenteilchen, die dem ursprünglich weißen Taunusquarzit seine heutige, typisch rotbraune Farbe gaben.


Die Taunusquarzite finden sich neben dem Taunus auch im Gebiet des Hunsrücks. Im Tertiär (vor ca. 60 Mio. Jahre) erfolgen dann erneute Hebungen, wobei das heutige Landschaftsrelief von Bergen und Tälern in seinen Grundzügen entsteht. Während dem Erdzeitalter des Quartärs (1,5 Mio. Jahre - heute) bilden sich in der Würmeiszeit dann auf den Hochflächen des Hunsrücks oberhalb 330 m ü.M. sogenannte Felsen- oder Blockmeere. Durch Erosions- oder Verwitterungsvorgänge wie Abgrusung, Frostsprengung oder Temperaturverwitterung lösen sich in warmen und wechselfeuchten Klimaten vielfach Gesteinsblöcke von der Felsschicht des Taunusquarzits und lagern sich an den Hängen meeresartig ab. Nach ca. 200 m links des Weges sehen sie Reste eines solchen Blockmeeres.

Durch diese unermeßlichen Blockanlagerungen war zugleich eine der Hauptvoraussetzungen für den Bau einer solch mächtigen Befestigung wie dem "Hunnenring" gegeben: das Baumaterial. Es lag unmittelbar am Bauplatz, brauchte nur noch eingesammelt und daher nicht mehr eigens in Steinbrüchen gebrochen zu werden. Die oberflächlich gesammelten Steinblöcke wurden mittels Viehwagen zur Baustelle transportiert und dort verarbeitet.

Weiterhin bot die lokale Topographie mit ihrer natürlichen Geländesituation in Form einer flachen Bergkuppe und steilen Hängen einen strategischen Verteidigungsvorteil. Die Angreifer benötigten hingegen allein zur Erklimmung des Berges eine große Kraftanstrengung.