Eisenverarbeitung


Worin liegt die Bedeutung des Hochwaldraumes, die dazu führte, dass in der Eisenzeit solch mächtige Anlagen wie der Ringwall von Otzenhausen oder die reichen Fürstengräber von Schwarzenbach errichtet werden konnten? Beides zeugt vom Reichtum der Bevölkerung. Gleichzeitig ist eine höhere Siedlungsintensität in jener Zeit nachweisbar.


Die Gründe für diesen Reichtum und Wohlstand sind sicher in den lokalen Spat- und Roteisenvorkommen zu suchen. Die im oberirdische Tagebau ergrabenen "Lebacher Schichten" lieferten in zahlreichen Mengen Toneisensteine des Perm, der geologischen Schicht, die um 290 - 240 Mio. Jahre datiert.


Noch Heute zeugen zahlreiche Mulden, wie etwa der dem Ausgangspunkt am Waldparkplatz benachbarte "Kloppbruchweiher" von diesem Tagebau. Der Erzabbau endete erst im frühen 20. Jahrhundert nach Chr.

Die hier gefundenen Lebacher Eier - nierenförmige Gesteinsknollen - bergen in ihrem Kern fossile Reste, wie z. B. das einer heutigen Libelle ähnelnde Insekt Eugereon boeckingi, Krebse der Spezie Uronectes fimbratius, den Stachelhai Acanthodes bronni, Pflanzenreste oder Kropholite (Fäkalienreste).


Die Erzknollen wurden - nach Überlieferungen aus dem 18. Jahrhundert n. Chr., nachdem sie abgebaut waren, gesammelt und im freien liegend den Frost- und Witterungseinflüssen ausgesetzt, wodurch sich das taube Gestein vom erzhaltigen abtrennte. Denkbar ist auch ein Zerkleinern der Knollen von Hand. Anschließend wurde das Erz zu den Schmelzöfen transportiert, geschmolzen und zuletzt in der Schmiede zu Werkzeugen, Geräten und Waffen verarbeitet.
Durch das Schmelzen im Rennofen konnte jedoch nur minderwertiges Eisen erzielt werden. Erste hüttentechnische Untersuchungen von Schlacken und Fertigprodukten aus den Altgrabungen am "Hunnenring" führten zum Nachweis eines Schmiedeverfahrens, das unter Anwendung hoher Temperaturen (bis zu 1000 Grad Celsius) und wiederholter Abkühlung an der Luft dem Eisen stahlartigen Charakter verlieh.
Sollten sich diese Ergebnisse in Serienuntersuchungen bestätigen, so wäre bestätigt, dass die Besonderheit der hiesigen Eisenproduktion in der Herstellung von Stahl liegt. Zur Zeit der zweiten Hälfte des 1. vorchristlichen Jahrtausends war dies mit Sicherheit eine Kostbarkeit, die sowohl die hohe Siedlungsintensität, als auch die Dimension der Anlage auf dem Dollberg und die prächtigen Ausstattungen der Gräber verständlich werden lässt.


Die Wiege der saarländischen Eisenindustrie ist folglich nicht im Saar-Kohlebecken zu suchen, sondern sie datiert lange vor den Hütten von Völklingen, Dillingen und Neunkirchen zu Zeiten der Kelten im Hochwaldraum des südlichen Hunsrücks.