Die Keltologie oder die Wissenschaft
zur Erforschung der keltischen Kultur
Die Keltologie ist die Wissenschaft von
der keltischer Kultur. Sie beinhaltet das Studium aller
Kulturäußerungen der Kelten von ihrem Ursprung in der
Hallstattzeit, etwa zum Ende 8./ Beginn 7. Jhdrt. v. Chr.,
bis zur römischen Okkupation unter Cäsar. Dies betreffend
das europäische Festland. Zieht man die heutig noch existenten,
keltisch beeinflussten keltisch geprägten Kulturen in
Irland, Schottland, der Isle of Man, Wales, Cornwall und
der Bretagne in die Untersuchungen mit hinzu, so erweitert
sich der Forschungszeitraum bis in die Gegenwart.
Vom 6. vorchristlichen Jahrhundert an
haben sich die Kelten über weite Teile Alteuropas und
bis nach Kleinasien ausgebreitet. Historische Eckpunkte
für diese Wanderungen sind solche, wie die Belagerung
Roms ( 387/386 v. Chr.) oder die Plünderung des griechischen
Heiligtums von Delphi ( 279 v. Chr.). Die keltische Kultur
erstreckte sich danach von Zentralanatolien im Osten,
bis an die Westküste Irlands, und von Portugal bis Südpolen.
Ein riesiger Siedlungsraum also, der in sich reich strukturiert
gewesen sein muß und kulturell uneinheitlich war. Das
bestätigt die Archäologie, der Grundpfeiler der keltischen
Altertumskunde.
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Einen weiteren wichtigen Forschungszweig
bildet die Linguistik, die uns die Bestimmung der
Sprachträger als Kelten erlaubt. Die inselkeltischen
Sprachen, sind natürlich als bestbelegtes Zeugnis
keltischen Denkens und keltischen Geistes ein Hauptbetätigungsfeld
der Keltologie, sowohl in ihren mittelalterlichen
Erscheinungsformen, als auch in ihren modernen dialektalen
Formen, wobei natürlich auch die Auswirkung auf die
Dialektvarianten des Französischen und Englischen,
insbesondere das Anglo-Irische, im Auge zu behalten
ist. Mit Hilfe der linguistischen Rekonstruktion,
wie sie die Indogermanistik verwendet, wird das Urkeltische
und die Sprache der Festlandkelten, also wie etwa
die Gegner Caesars redeten, rekonstruiert. Diese Texte
sind auch für die Altertumskunde, insbesondere für
die altkeltische Religionsgeschichte von größtem Interesse.
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Eine höchst wichtige Informationsquelle
für die keltische Altertumskunde sind selbstverständlich
auch die vielen antiken Inschriften mit ihren Hunderten
von Götternamen, und natürlich auch die antiken Historiker,
die etwa seit Herodot oder Hekataios im 5. Jh. v. Chr.
mehr oder minder ausführlich über das in ihren Augen barbarisch-wilde
Volk der Kelten berichteten. Von ihnen erfahren wir über
die Keltenzüge, die Kriegsführung, die Tischsitten, die
sozial gesellschaftliche Gliederung, die Menschenopfer,
die Kopfjagd und vieles mehr. Damit schälen sich, stark
vereinfacht, die verschiedenen Zugangsweisen zur keltischen
Altertumswissenschaft heraus und ihnen allen muss die
Keltologie, als Wissenschaft von der keltischen Kultur,
Rechnung tragen. Die Keltologie sollte demnach als integrative
Kulturwissenschaft betrieben werden.
Die "moderne keltische Altertumskunde"
bietet wohl den besten Zugang zur keltischen Zivilisation
und Mentalität. Sie versteht sich als Kulturwissenschaft,
in der das materielle Erbe der Vorzeit die gleiche Aufmerksamkeit
erfährt, wie die Sprache, die äußere Ereignisgeschichte,
die Literatur der inselkeltischen Völker und deren traditionelle
Formen kollektiven Bewusstseins.
Ein Blick in die Nachbarwissenschaften,
unterstützt den interdisziplinären Charakter dieses Wissenschaftszweiges
und schärft den Blick für das Keltische. Es sind dies:
die Klassische Philologie, die Anglistik, die Romanistik,
die Germanistik, die Historie, die Numismatik, die Kunstgeschichte,
die Musikwissenschaft und die Volkskunde.
Das Projekt Ringwall von Otzenhausen bemüht
sich um einen möglichst integrativen Forschungsansatz.
Bislang wurde der Schwerpunkt jedoch auf die Archäologie
gelegt. Naben der archäologischen Feldforschung und deren
Auswertung versuchen die Forscher vor Ort, möglichst alle
Möglichkeiten der Archäologie zu nutzen. So zählen regelmäßige
Prospektionen, Luftbildbefliegungen und geophysikalische
Untersuchungen zur Alltagsarbeit im Projekt. Aber dennoch
- interessierte Wissenschaftler aller ergänzenden Fächer
sind aufgerufen, bei der Mitarbeit der keltischen Mikroregion
um Otzenhausen mitzuwirken.